Prügel-Marketing
Schonmal von Prügel-Marketing gehört? Nein? Macht nichts, den Begriff habe ich mir selbst ausgedacht.
Auf die Idee gebracht hat mich dieser penetrante Typ aus der Seitenbacher-Werbung. Da geht morgens der Radiowecker an und der gerade laufende Werbespot brüllt mir in 20 Sekunden gefühlte 300mal „Seitenbacher Düsis“, „Düsis von Seitenbacher“ und „Lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker lecker“ ins Ohr. Ich bin schlagartig wach und der Radiowecker ist aus. So gesehen hat der Radiowecker seinen Job gemacht und der Seitenbacher-Typ war sein Erfüllungsgehilfe.
Aber mal ehrlich: Wer ist so schmerzfrei und kauft sich aufgrund dieser Werbung ein Seitenbacher-Produkt? Es gibt ja sogenannte Marketing-Experten, die glauben, man muss nur auffallen. Am besten durch etwas ungewöhnliches. Die singenden Affen von Toyota sind da legendär. Und weil der Konsument bei solchen auffälligen Spots gerne mal vergisst, für welches Produkt eigentlich geworben wird (Schokolade? Nee, ich glaub das war ne Versicherung.), hat sich der Stratege beim Seitenbacher Werbespot wohl gedacht: „Mein Produkt vergisst Du NIE. Dazu prügele ich es Dir immer wieder ins Hirn.“ Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher – hast Du es endlich kapiert?- Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher Seitenbacher …
Ich habe keinen Schimmer, ob Seitenbacher-Produkte besonders gut, besonders gesund, besonders preiswert oder was auch immer sind. Aber ich weiss genau, dass ich niemals eines kaufen werde. Ist das der gewollte Werbeeffekt?
Das wars für heute. Beim nächsten Mal gehen wir mal ein wenig weg von der Werbung. Manchmal nerven auch andere Dinge. Besonders „kundenfreundliche“ Unternehmen zum Beispiel.