eSüdfrankreich 2.0.3

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Wir sind mal wieder in Frankreich. Nach unserer Anreise in Teil 1 und unserem Aufenthalt in Moureze in Teil2 geht in diesem letzten Teil unseres Blogs um ein paar Tage in einem alten Ferienhaus im Burgund und unsere Rückreise nachhause.

Diesmal schaffen wir es, die richtige Strecke zu nehmen. Keine Grenoble, kein Lyon. Wir fahren die A75 Richtung Norden und überqueren das beeindruckende Viadukt von Millau. enter image description here

Für unseren ersten Ladestopp setzen wir auf bekanntes. Die IONITY-Säulen am Aire du Larzac kurz vor Millau besuchen wir schon zum vierten Mal, wir nutzen die Ladezeit, um uns zu verpflegen und - ganz im Sinne guter Touristen - mit Souvenirs und Andenken zu versorgen. Nach einer knappen halben Stunde geht es mit 90% Akku-Ladung weiter. Beim zweiten Ladestopp ärgert uns der Autobahnbetreiber ein bisschen. Der angepeilte Rastplatz Aire de service d'Authezat ist gesperrt. Aber hier haben wir ein schönes Beispiel, warum das engmaschige Ladenetz auf französischen Autobahnen besser ist als riesige Ladeparks. Wir fahren einfach zum nächsten Rastplatz - auch wenn der auf der gegenüberliegenden Seite ist - und laden bei IONITY auf dem Aire de Veyre. Und auch unser dritter Ladestopp des Tages findet bei IONITY statt, auf dem Rastplatz Aire de Toulon sur Allier auf der A79. Auf dieser Autobahn spielt unsere kleine maut1 Box ihre Vorteile dann vollends aus. Alle paar Kilometer piepst es unter der Mautbrücke. Ohne die Mautbox hätten wir an eine Raststätte fahren müssen und die Maut bezahlen. So fahren wir einfach ohne Halt an irgendwelchen Mautschranken durch. Man kann über das Mautsystem im Allgemeinen und insbesondere die Höhe der französischen Maut schimpfen. Aber wenn es das schon gibt, dann ist das sicher die komfortabelste und modernste Lösung.

Am Abend erreichen wir unser Ferienhaus. Es ist ein sehr altes Haus, das wussten wir vorher. Es ist auch eigentlich ein schönes Haus, das konnte man gleich erkennen. Aber der Zustand hat uns dann doch überrascht. Wir sind froh, dass wir hier nur vier Nächte bleiben, länger hätten wir es nicht ausgehalten. Den Pool benutzen wir gar nicht, das ist für unsere Gesundheit wohl besser. Wenn man ein solches Haus vermietet, muss man auch ein klein wenig für Sauberkeit sorgen und die eine oder andere kleine Reparatur durchführen. Einfach mal durchwischen und den nächsten Feriengast begrüßen, reicht nicht aus. Und "wir sind hier auf dem Land" ist keine ausreichende Begründung für allerlei Kleingetier im Haus. Weitere Beschreibungen oder Bilder wollen wir unseren Lesern lieber ersparen.

Nachdem wir schon sehr viel Zeit investiert hatten, überhaupt ein Ferienhaus zu finden, wo Hunde erlaubt sind, war das - auch in Anbetracht des hohen Preises - eine einzige Enttäuschung. Vielleicht ist es in anderen Regionen anders, aber Ferienhausurlaub mit Hund in der Gegend um Macon ist ... schwierig.

Immerhin den großen Garten konnten wir genießen. Weitblick über Weiden und Felder, Ruhe und ein traumhafter Sonnenuntergang können wenigstens ein bisschen entschädigen. Wir nutzen die Tage auch für Ausflüge in die Region. Das Örtchen Buxy macht uns darauf aufmerksam, dass Anfang Juli die Tour de France hier entlang führt. Es ist der Wahnsinn, was die Einwohner der kleinsten Dörfer veranstalten, wie sie ihre Orte schmücken und kreative Ideen umsetzen für einen kurzen Moment, in dem ein Fahrerfeld und das weltweite TV-Interesse durch den Ort rast. Buxy Tour-Ankündigung

Für uns geht es auch noch einmal zu den Vignerons d´Ige, wir wollen noch reichlich Wein mit nachhause nehmen. Unsere Wahl fällt nach einer Weinprobe erneut auf den roten Excellence, den weißen Aligoté und den Crémant Rosé. Außerdem besuchen wir Cluny. Auch diesmal sind wieder viele Reiter mit ihren Pferden vor Ort, leider können wir nicht erkennen, was für ein Wettbewerb diesmal stattfindet. Aber offensichtlich ist hier für Pferdeliebhaber fast immer was los. Selbstverständlich gibt es auch wieder Pizza aus dem Automaten. Wie bereits bei der letzten Frankreich-Reise lassen wir es uns nicht nehmen, das auszuprobieren. Allerdings ist die Pizza in Cluny deutlich teurer und weniger üppig belegt als die aus dem Automaten am Intermarché in Clermont-l`Herault.

Unsere Standard-Ladestation in diesen Tagen ist der Tesla Supercharger in Tournus am Hotel Kolibri, den wir zweimal in unsere Rundreisen einplanen. Sehr empfehlenswerte, gepflegte, saubere Anlage mit Kaffeeautomat und Toilette.

Nach vier Nächten verlassen wir das nicht empfehlenswerte Ferienhaus und begeben uns auf den Weg Richtung Heimat. Das Auto ist - neben unserem normalen Gepäck - vollgepackt mit Wein und Pflanzen, aber alles und alle haben genügend Platz. Unser Ziel ist wieder einmal das Hotel Le Clos Rebillotte in Luxeuil-les-Bains. Unser erster von zwei Ladestopps ist bei IONITY auf dem Aire de Service de Gevrey-Chambertin kurz vor Dijon. Hier müssen wir schnell sein, denn quasi mit uns gemeinsam fahren mehrere Busse und zahlreiche PKW aus Holland auf die Rastanlage und stürmen Toilette und Shop. Sie kommen aus L'Alpe d'Huez. Wir sind schneller auf der Toilette, sonst hätten wir lange anstehen müssen. Wir machen noch einen kleinen Schlenker über Passavant, wir haben auf dem Hinweg bei La Rochere nicht alles gekauft, was wir eigentlich haben wollten. Und da im Auto ja noch unendlich viel Platz ist... Auf dem Weg dorthin laden wir am Tesla Supercharger in Val-de-Meuse. Auch eine sehr schöne Anlage direkt neben einem Hotel. Wir sind nicht die einzigen, die ihrem Hund die großen Rasenflächen rund um den Parkplatz zur Verfügung stellen.

Die Nacht in Luxeuil-les-Bains ist kurz, wir verzichten auf Frühstück und wollen früh wieder los, denn auf einen weiteren Zwischenstopp haben wir keine Lust. Es stehen rund 1000km an, bis wir zuhause sind. Deshalb besteht der Tag im Wesentlichen aus Fahren und Laden. Vorbei am allgegenwärtigen blühenden Ginster geht es Richtung Norden. Unser erster Ladestopp ist gleichzeitig unser letzter in Frankreich. In Sausheim bei Mulhouse finden wir den Tesla Supercharger auf dem Parkplatz eines von mindestens fünf Hotels in einem Gewerbegebiet. Kurz danach geht es über die deutsche Grenze. Die A5 ist wie immer gut gefüllt und immer wieder stockt es. Das legt sich erst am Europa-Park Rust ein wenig, das scheint am heutigen Sonntag das Hauptziel zu sein. Wir laden in Karlsruhe in einem Gewerbegebiet bei EnBW, nach einer halben Stunde gehts weiter. Nächster Stopp bei Tesla in Bensheim. Der Supercharger ist gut besucht, schließlich ist Mittagszeit und nebenan steht ein Burger King. Sonntagsausflug für die Kinder von E-Autofahrern aller Marken ;-) Trotzdem ist die Ladegeschwindigkeit sehr ordentlich.

Da Sonntag ist, ist auch Raum Frankfurt kein großes Problem, wir kommen gut durch und erreichen unseren nächsten Ladestopp bei IONITY am Kirchheimer Dreieck. Auch hier ist es ziemlich voll, aber warten müssen wir nicht und auch die Ladegeschwindigkeit ist sehr gut. Aber man merkt immer öfter, dass die Anzahl der Ladesäulen gerade in Autobahnnähe langsam an ihre Grenzen stößt. Eine wirklich komplett leere Ladestation findet man tagsüber fast gar nicht mehr, selbst wenn wie hier mehrere Anbieter in unmittelbarer Nähe sind.

An der ARAL-Tankstelle nebenan verpflegen wir uns mit Eis und Kaffee. Übrigens: Wahnsinnig freundliches Personal! Dann geht es auch schon weiter, es ist ja noch ein wenig Strecke zurückzulegen. Nächster Stop ist die Raststätte Harz an der A7. Auf der Gegenseite waren wir schon auf dem Hinweg, hier gibt es IONITY auf beiden Seiten, weshalb wir wieder hier laden. Bei 80% gehts weiter. Wir haben die Wahl zwischen der Strecke über Wolfsburg oder über Hamburg. Hamburg ist deutlich weiter, dafür aber durchgängig Autobahn. Wolfsburg ist kürzer, aber die A39 endet leider in Wolfsburg und von dort bis nach Ludwigslust ist Landstraße angesagt. Zeitlich ist es fast gleich. Wir entscheiden uns für die Landstraßen-Variante.

Der letzte Ladestopp führt uns in Dannenberg an der Elbe auf einen REWE-Parkplatz, der außer uns nur von Gästen des gegenüberliegenden McDonald´s Restaurants genutzt wird. Die Ladesäule haben wir folglich für uns und wir laden nochmal auf 60%. Das reicht bis nachhause.

Das letzte Teilstück bis nachhause geht dann schnell vorbei. Für diesen letzten Tag unserer Reise mal noch ein paar Daten: 995km Fahrstrecke 215,9kWh verbraucht ergibt einen Verbrauch von 21,7kWh auf 100km

Wir waren 13 Stunden und 15 Minuten unterwegs, davon haben wir bei sechs Ladestopps insgesamt 2 Stunden und 12 Minuten geladen. Die Anzahl Ladestopps hätte man sicher optimieren können und wäre mit drei oder vier Stopps auch angekommen. Zudem sind wir bei einem Ladestand von 56% losgefahren, auch hier hätte man bei einem Start mit 100% sicher einen Ladestopp einsparen können.

Wenn ich die Route in der BMW App planen lasse, werden mir vier relativ lange Stopps und eine Gesamtladezeit von 2 Stunden und 28 Minuten angezeigt. Die Fahrzeit ohne Laden ist mit 9 Stunden und 35 Minuten angegeben, wobei die Fahrtstrecke anders ist als die von uns gewählte und 1061km lang ist. Für gut 1000km sollte man also rund 12 Stunden einplanen. Wir sind deutlich länger unterwegs gewesen, was aber auch an zwei zusätzlichen Pausen (ohne Laden) lag.

Nun wird der geneigte Dieselfan sagen, dass er für 1000km keine 12 Stunden braucht. Damit hat er sicher recht. Bei einem Schnitt von 100km/h, den man auf deutschen Autobahnen sicher ungefähr rechnen kann, sind es nur 10 Stunden. Auf der Strecke müssen sicher auch die meisten Diesel mal tanken und der Fahrer möchte etwas essen, dann ist auch mindestens eine halbe Stunde vergangen. Er ist also etwa 1,5 Stunden schneller. Wir haben aber Gefallen gefunden an den regelmäßigen Pausen etwa alle 2-3 Stunden. Und man unterschätzt total, wieviel Zeit vergeht, wenn man eine Autobahn-Raststätte aufsucht, zur Toilette geht und etwas zu Essen besorgt. Da ist sehr schnell eine halbe Stunde rum. Nicht selten meldete das Auto, dass der kalkulierte Ladestand (meist etwa 80%) erreicht ist, bevor wir in der Raststätte fertig waren und zum Auto zurückkamen. Wenn man dann noch Hund oder Kind dabei hat ... naja, betroffene wissen, wovon ich spreche. Wenn man also nicht gerade Außendienstmitarbeiter ist und nach dem Motto "Zeit ist Geld" unterwegs ist, geht das alles auch problemlos elektrisch.