Elektrisch nach Barcelona - Teil 3
Dies ist der dritte Teil unseres Reiseberichts "Elektrisch nach Barcelona". Vorherige Episode verpasst? Dann direkt zu Teil 1 und Teil 2. Diese und weitere Berichte zum elektrischen Fahren gibt es in unserer Rubrik eMobilität.
Unser Quartier im Burgund ist das Hotel La Montagne de Brancion. Hier bleiben wir zwei Nächte und erkunden die Gegend. Unseren Weintipp aus Igé haben wir bereits erwähnt. Ebenfalls ganz in der Nähe des Hotels, nahe dem Örtchen Lys, befindet sich die Ziegenfarm Chèvrerie la Trufière. Hier gibt es im eigenen Hofladen Ziegenkäse in allen denkbaren Variationen, dazu Joghurt aus Ziegenmilch und einiges mehr. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Direkt neben dem Hofladen befinden sich Stall und Weide, sodass man sich die Produzenten der Produkte aus nächster Nähe anschauen kann.
Direkt in Lys gibt es außerdem das Atelier de la treille. Hier werden aus Bronze zum Beispiel Skulpturen, aber auch Alltagsgegenstände hergestellt.
Wir nutzen den Tag auch für einen Ausflug nach Mâcon. Im Vorort Sancé laden wir bei BMW Mini Altitude 71 . Hier begegnen wir zum zweiten und letzten Mal während unserer Reise einem anderen iX. Er steht neben uns an der Ladesäule und gehört dem Autohaus, die Mitarbeiter sind aber allesamt in der Mittagspause.
Ladezeit 29 Minuten von 32 auf 60%. Die Ladeleistung erreicht maximal 96kW, vermutlich müssen wir uns den Strom mit dem iX nebenan teilen. Wir wollen aber noch weiter zu Maison du Monde. Wer auf französische Einrichtungs- und Deko-Ideen steht, findet hier alles. Man kann auch auf der Webseite bestellen und nachhause liefern lassen. Wir wollen uns die Sachen aber mal real ansehen.
Im Ergebnis testen wir, was alles in einen iX passt, wenn man denkt, der Kofferraum sei schon voll. Da geht noch eine ganze Menge... Nun wirklich vollgepackt gehts zurück auf den Berg zu unserem Hotel. Ein Spaziergang durch die Weinberge beendet den Tag.
Fazit für heute, ohne Autobahn und nur mit gemütlichem Reisen: 123km, 22kWh - Verbrauch 17,9 kWh/100km.
Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden. Der Tag beginnt am Rasthof Mâcon. Strom gibts von IONITY, Kaffee aus einem der zahlreichen Automaten, die an jeder Autobahnraststätte stehen. Es lohnt sich übrigens, alle Automaten anzuschauen, auch wenn sie gleich aussehen, bieten sie doch unterschiedliche Kaffeesorten und weitere Heissgetränke an. 29 Minuten laden und der iX ist auf 80%.
Wir haben uns diesmal für die "Westroute" entschieden, verlassen die A6 kurz vor Lyon und nehmen die A89 Richtung Clermont-Ferrand. Dort wechseln wir auf die A75 Richtung Montpellier. Diese Strecke hat eine ganze Reihe Vorteile: Man spart sich Lyon, man spart sich einiges an Maut und die Strecke ist landschaftlich reizvoller. Diesen Tipp hatten wir vor der Reise irgendwo aufgeschnappt und wir können genau das bestätigen.
Unser Ladestopp ist eigentlich nicht nötig, mit 42% Akkuladung kommen wir am Rastplatz Loire an und laden bei IONITY in 37 Minuten auf 92%. Auch hier kommt man wieder mit anderen E-Autofahrern ins Gespräch. Ein Holländer sucht einen CHAdeMO-Anschluss für seinen Nissan. Die Säule steht etwas separat, da können wir helfen. Leider sind nur recht wenige Ladesäulen mit beiden Standards ausgerüstet, obwohl das problemlos möglich ist und nur einen geringen Mehraufwand bedeutet.
Für uns geht es weiter nach Albaret-Sainte-Marie. In einem Gewerbegebiet erwarten uns Ladesäulen von IONITY und Tesla Supercharger. Die Tankstelle nebenan weist uns dezent auf einen der Gründe für elektrisches Fahren hin.
Die Anlage wirkt wie das, was wir in Deutschland als Autohof kennen. Leider hat außer McDonald´s nichts geöffnet. Außerdem ist es sehr heiß. Eine Dame sitzt in einem britischen Tesla und ihr Partner hat wohl die Alarmanlage aktiviert, alle drei Minuten startet ein Hupkonzert. Die Dame scheint es nicht zu stören und der Fahrer ignoriert offensichtlich die Meldungen auf seinem Telefon. Wir laden 21 Minuten und fahren mit 70% Akkuladung weiter. Unser heutiges Ziel ist Millau. Daran fahren wir ersteinmal vorbei, um das imposante Viaduc de Millau zu bewundern...
... und bei IONITY am Rasthof Larzac zu laden. Wir stehen 22 Minuten, nutzen die Zeit zur Verpflegung und laden von 30 auf 71%, das sind 33kWh. Anschliessend geht es noch einmal übers Viadukt zurück nach Millau. Dort wartet unser Hotel auf uns. Gegenüber dem Burgund-Hotel ein kleiner Kulturschock. Das Hotel gehört zu einer Bowlingbahn in einem Gewerbegebiet am Rande der Stadt. Bowlingbahn und Hotel sind aber in separaten Gebäuden, sodass man im Hotel vom Lärm der Bahn verschont bleibt. Der Parkplatz geht einmal um das Hotelgebäude herum, ist mit hohen Mauern mit Stacheldraht versehen und um 21:00 Uhr wird das massive Zufahrtstor geschlossen. Das Zimmer ist winzig und ein wenig herunter gekommen. Als Zwischenstop-Hotel für eine Nacht ist es ok, mehr aber nicht. Im nahen Supermarkt werden kurz vor Geschäftsschluss lediglich leere Regale ausgestellt, der Haupteingang ist schon abgeschlossen und man muss durch die Katakomben, um wieder raus zu kommen. Hier müssen wir nicht noch einmal hin.
Fazit für heute: Auf 558km, fast nur auf der Autobahn, haben wir 120,8kWh verbraucht, das sind 21,6kWh/100km.