Elektrisch nach Barcelona - Teil 6
Dies ist der sechste Teil unseres Reiseberichts "Elektrisch nach Barcelona". Vorherige Episode verpasst? Dann direkt zu Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4 oder Teil 5. Diese und weitere Berichte zum elektrischen Fahren gibt es in unserer Rubrik eMobilität.
So langsam nähert sich unsere Tour ihrem Ende. Wir verlassen unser geliebtes Frankreich und kehren zurück nach Deutschland.
Den Tag im Burgund haben wir ohne Laden verbracht. Wir haben noch ein wenig die Gegend erkundet, noch mehr (mittlerweile abgeerntete) Weinberge gesehen und noch ein paar französische Spezialitäten eingekauft.
Nach dem Verlassen des Hotels besuchen wir zunächst den IONITY-Lader am Rasthof Macon, um uns mit Frühstück zu versorgen. Leider ist nur der DC-Lader frei, sodass wir nur mit maximal 43kW laden. Mit 51% Akkuladung geht es erst einmal auf die Autobahn. Den nächsten Ladestop gibts in Glanon an der A36. Hier ist es extrem leer. Den Shop erreicht man über eine Fußgängerbrücke auf der anderen Seite der Autobahn. Es gibt frische Baguettes, Salate und bei Bedarf auch ein nahezu komplettes Supermarkt-Sortiment. Der Kaffee kommt wie üblich aus dem Automaten. Übrigens: Kleingeld muss man nicht dabei haben, alle Automaten funktionieren mit Kreditkarte, wie auch die Bezahlung mit ebendieser nirgends in Frankreich ein Problem darstellte. "Nur Barzahlung"? Sowas gibt es hier nicht. Gejammer von Händlern über die ach so hohen Gebühren für Kartenzahlung? Nö. Und die von den Deutschen ohne erkennbaren Grund so geliebte "ec-Karte" gibt es hier natürlich auch nicht.
Weiter gehts zum Aire de la Porte d'Alsace zu Total Energies. Eine eher kleine Rastanlage, gut erreichbare, leicht anzufahrende Ladesäulen, aber warum muss das Radioprogramm so laut gespielt werden, dass man sich an der Ladesäule anschreien muss? Wir laden auf 80% und fahren weiter.
Kurze Zeit später durchqueren wir Mulhouse und kurz danach gehts über den Rhein nach Deutschland. Da uns die A5 vor allem mit Stau erfreut, verlassen wir irgendwann die Autobahn und finden in Riegel am Kaiserstuhl eine Aral-Tankstelle samt Aral pulse Ladesäulen. Hier verpflegen wir Mensch und Auto bei einem kurzen Stopp und weiter gehts.
Wieder auf der A5 steuern wir am späten Nachmittag die Raststätte Bruchsal an. Eigentlich wollten wir zu IONITY, aber da ist besetzt, also nehmen wir die EnBW-Säule nebenan.
Es ist Sonntag nachmittag und die Raststätte war wohl schon den ganzen Tag gut besucht. Müllentsorgung ist aber an einem Sonntag wohl nicht vorgesehen. Alle Mülleimer sind voll und da es recht windig ist, fliegt alles mögliche durch die Gegend. Ganz toll. Wieder kommen wir mit Passanten ins Gespräch. Das Interesse an Elektromobilität ist wirklich groß, aber auch die Vorurteile und falschen Informationen sind erschreckend. Vieles kann man in solchen Gesprächen widerlegen. Aber wie stark doch so manche mediale Schauergeschichte verfängt, ist wirklich traurig.
Wir laden auf 85% und fahren weiter. Unser heutiges Ziel ist Marburg und dort das Hotel Bellevue. Es liegt oberhalb der viel befahrenen B3, aber davon hört man auf der Waldseite des Hotels gar nichts. Obwohl Restaurant und Rezeption geschlossen sind, wird man auch am Sonntag abend noch gut versorgt, es gibt vom Bier über Snacks bis zur Zahnbürste fast alles aus einem Automaten.
Nach einem guten Hotel-Frühstück geht es am nächsten Morgen nach Hause. Wir laden bei Aral Pulse in Marburg. Hier führt uns das Navi in die Irre, denn die offizielle Adresse der Tankstelle liegt an einer kleinen Nebenstrasse, die Zufahrt ist aber nur von der B3 aus möglich. Auf diese kommt man aber nicht so leicht rauf, da sie hier vierspurig und mit autobahnänlichen Auffahrten ausgebaut ist. Nächster Stopp ist der Autohof Northeim an der A7, wieder Aral Pulse. Hier gibt es noch einige andere Ladesäulen und wieder eine Begegnung der dritten Art mit "Wissen" über E-Mobilität. Die Ampel an der Zufahrt ist aus. Es wird gebaut. Die Verkäuferin in der Currywurstbude teilt uns mit "Ich dachte heute früh schon, die Ampel hat einfach keinen Strom mehr, weil das Netz hier überlastet ist." Uns fehlen die Worte, hier ist nichts mehr zu retten. Laden, Currywurst essen und schnell wieder weg.
Unser letzter Stop findet in Salzwedel am hagebaumarkt statt. EnBW hat ja schon einige Baumärkte mit Schnellladern ausgestattet und so ist es auch hier. So kann man die Ladezeit auch gut nutzen. Oder die Baumarktzeit. Je nachdem, warum man hauptsächlich hier ist.
Von Salzwedel geht es direkt nachhause. Auch wenn wir gern zuhause sind, es war insgesamt eine schöne Tour. Ein ausführliches Fazit gibt es im nächsten Post.